Unternehmen konzentrieren sich bei der Content Produktion oft auf ihre eigenen Produkte. Sie rücken diese in den Vordergrund, statt sich auf die Bedürfnisse der User zu konzentrieren. Der Content ist oft nicht relevant. Dadurch erzielt er keine Resonanz beim Leser und der Zielgruppe.

In diesem Blog Beitrag zeige ich dir anhand von 9 Tipps, wie du eine User Centric Content Strategie entwickelst, um langfristig erfolgreiche Inhalte zu produzieren.

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Was bedeutet User Centric oder nutzerzentriert?

User Centric oder Nutzerzentrierung bedeutet, dass ein Produkt oder eine Dienstleistung auf die Bedürfnisse der Nutzer abgestimmt ist. Ein nutzerzentriertes Unternehmen versteht seine Kunden und passt sich ihren Erwartungen an. Die Bedürfnisse der Nutzer steht bei allen Entscheidungen im Mittelpunkt. Dadurch gewinnen die Kunden das Gefühl, dass sie gehört werden und dass ihre Bedürfnisse berücksichtigt werden.

Der User Centric Ansatz basiert auf der Annahme, dass Benutzerbedürfnisse und -wünsche die entscheidenden Faktoren für Erfolg sind. Dies gilt für Software, Websites und Produkte. Ein User Centric Ansatz impliziert nicht nur, dass die Bedürfnisse der Benutzer beachtet werden sollten – er fordert auch, dass diese Bedürfnisse in den Mittelpunkt aller Entwicklungsprozesse und -strategien gestellt werden.

Einführung zur User Centric Content Strategie

Der Aufbau einer erfolgreichen Content-Strategie erfordert heutzutage mehr als nur das Schreiben von Inhalten. Es ist wichtig, eine User Centric Content Strategie zu entwickeln. Diese hilft, die Bedürfnisse der Benutzer in den Fokus zu rücken und eine langfristig starke Online-Präsenz aufzubauen.

Fokussiere dich daher nicht nur auf Keywords und Suchmaschinen. Entwickele stattdessen relevante, informative und ansprechende Inhalte. Indem du deine Zielgruppe besser verstehst und ihre Erwartungen erfüllst, kannst du langfristig vertrauensvolle Kundenbeziehungen aufbauen und das Engagement auf deiner Website steigern.

Tipp 1: Definieren Sie Ihre Core Zielgruppe

Bevor du mit der Produktion von Inhalten beginnst, solltest du dir Gedanken zu deiner Core-Zielgruppe macht. Und du solltest vor allem definieren, wen du nicht mit deinen Inhalten ansprechen willst.

Definieren Sie Ihre Zielgruppe genau

Beginne mit einer detaillierten Analyse deiner Zielgruppe. Stelle dir die Frage, welche Ziele, Herausforderungen und Probleme deine Zielgruppe hat. Wie kannst du den potenziellen Kunden mit deiner Lösung dabei unterstützen?

Verwenden Sie demografische Daten

Nutze demografische Daten, um deine Zielgruppe besser zu verstehen. Analysiere vorhandene Daten oder führe Umfragen durch. So erhältst du Einblicke in Alter, Geschlecht, Bildungsniveau und weitere relevante Informationen.

Nutzen Sie psychografische Merkmale

Gehe über demografische Daten hinaus und betrachte die psychografischen Merkmale deiner Zielgruppe. Versuche herauszufinden, welche Interessen, Werte und Bedürfnisse sie haben, um Inhalte zu erstellen, die darauf abzielen.

Tipp 2: Die größten ‚Pain Points‘ der Zielgruppe identifizieren

Steigen wir nochmal etwas tiefer in das Thema Zielgruppenanalyse ein. Wie kann ich vorgehen, wenn ich die häufigsten Probleme meiner potenziellen Leser und Kunden finden möchte? Wir schauen uns zuerst unsere erfolgreichsten Inhalte an. Was funktioniert hier besonders gut, welche Kommentare schreiben die User unter den Beitrag und welches Problem lösen wir?

Wir fragen uns, ob es weitere Themen gibt, die in Verbindung zu den bereits gelösten Problemen stehen. Mit SEMrush oder Sistrix können wir das Thema des bereits bestehenden Beitrags eingeben. Wir schauen uns die weiteren Vorschläge der Tools an und leiten bei Bedarf relevante Themenideen ab.

Andersherum können wir Themen, die nah an unserer Kernkompetenz liegen, googeln. Wir schauen uns die Seiten an, die hier am besten ranken. Wir versuchen daraus abzuleiten, was die Wettbewerber gut machen.

Mit Tools wie BuzzSumo oder SEMrush prüfen wir, was die am häufigsten geteilten Blog-Posts dieser Wettbewerber sind. Passt eines dieser Themen möglicherweise auch zu meinem Unternehmen und meiner Website?

Auch hier betrachten wir die Kommentare unter den Beiträgen. Lassen sich aus den Fragen und Anmerkungen Problemstellungen ableiten, die wir in unserem Redaktionsplan nutzen können?

Tipp 3: Berücksichtigen Sie die gesamte Customer Journey

In den meisten Fällen hat der Kunde den ersten Kontaktpunkt mit deinem Unternehmen (engl. Touchpoint) nicht erst beim Produktkauf. Normalerweise beginnt die Kundenreise (engl. Customer Journey) viel früher.

Unabhängig davon, ob du Fan des klassischen AIDA Modells oder von moderneren Modellen wie dem Flywheel oder dem Messy Middle Modell sind: Du solltest typische Customer Journeys deiner Kunden verstehen.

Idealerweise generierst du Inhalte, die den Kunden an mehreren Kontaktpunkten innerhalb dieser Reise abholen könnten. Stellen wir uns vor bei deinem Unternehmen handelt es sich um einen Anbieter für probiotische Hundesnacks. Du nutzt das AIDA Modell zur Abbildung einer typischen Customer Journey:

Attention

Der potenzielle Kunde steht in der Küche und kocht Nudeln. Eine der Nudeln fällt auf den Küchenboden. Der Hund ist schnell genug und schlingt die halbgekochte Nudel herunter.

Was ist der erste Reflex in der heutigen Zeit? Der Kunde googelt: Dürfen Hunde Nudeln essen (oder muss ich zum Tierarzt)? Ein erster möglicher Kontaktpunkt, den du mit deiner Website durch einen Ratgeber Inhalt und einem guten Google-Ranking herstellen könntest.

Interest

Beim Besuch der Website hast du dem Kunden einen Cookie auf sein Device gesetzt. Beim Surfen in seinem Instagram Feed bekommt er immer wieder kurze Clips von dir eingeblendet. Einige Verhaltensweisen eines Hundes in dem Clip deuten auf eine Unterversorgung mit bestimmten Nährstoffen hin.

Der Kunde wird neugierig und überlegt: „Zeigt mein Hund solche Anzeichen“? In deinen Instagram Posts und Anzeigen weist du immer wieder auf dein neues Programm des Symptom Checkers hin. Der Kunde googelt nach dem Symptom Checker und deiner Marke und besucht die Landing Page. Ein zweiter Kontaktpunkt ist hergestellt.

Desire

Auf der Landing Page platzierst du geschickt neben dem Symptom Checker sinnvoll relevante Informationen rund um deine Marke. Welche Vorteile hätte der Hund deines Kunden mit den probiotischen Snacks? Warum geht es dem Tier damit besser? Und warum sollte er gerade dir und deinen Produkten vertrauen?

Vielleicht eignet sich der Symptom Checker sogar, um basierend auf den Angaben des Kunden konkrete Vorschläge aus deinem Produktportfolio zu machen. Du schlägst dem Kunden also ein konkretes Produkt vor. Der Kunde weiß zwar das er seinem Hund gerne etwas gutes tun möchte, vergleicht aber erst noch den Markt.

Action

Der Kunde hat dein Produkt mit anderen Hundesnacks verglichen und sich entschieden. Du und deine Marke sind durch die vielen Kontaktpunkte und die kostenlose Hilfestellung im Gedächtnis des Kunden geblieben. Der Kunde googelt erneut und dieses Mal tätigt er eine sogenannte transaktionale Suchanfrage: „Name deines Produktes“ + kaufen.

In diesem Fall sollte dein Online Shop an erster Stelle bei Google & Co. ranken. Der Kunde tätigt den Kauf und generiert Umsatz.

In der Regel hört die Reise, die der Kunde mit deinem Unternehmen begonnen hat, an dieser Stelle noch nicht auf. Auch nach dem Kauf solltest du mögliche Fragestellungen beantworten und den Kunden nicht alleine lassen. Im See, Think, Do, Care Framework nach Avinash Kaushik wäre das die typische „Care“-Phase. (Quelle: kaushik.net)

An diesem Beispiel sieht man sehr schön, dass es auch für den E-Commerce sehr sinnvoll ist, nicht nur auf den letzten Kontaktpunkt zu optimieren. Du solltest die gesamte Customer Journey des Kunden mit nutzerzentrierten Inhalten bespielen. Dann generierst du auf längere Sicht die besten und nachhaltigsten Effekte.

Tipp 4: Verbessern Sie die Content UX

Kein Mensch liest gerne lange Textpassagen ohne visuelle Unterbrecher. Dein Inhalt sollte durch verschiedene Aspekte den Anforderungen einer guten User Experience gerecht werden.

Verwenden Sie ansprechende visuelle Elemente

Integrieren Sie hochwertige Bilder, Grafiken oder Videos in Ihre Inhalte. Dadurch wecken Sie das Interesse der Benutzer. Außerdem bereichern Sie so die Benutzererfahrung. Achten Sie darauf, dass die visuellen Elemente zur Botschaft Ihrer Inhalte passen.

Gleichzeitig dienen diese Elemente auch als Auflockerung für den Textinhalt. Gerade bei langen Ratgeberinhalten ist es unabdingbar, dass Sie mit solchen visuellen Unterbrechern arbeiten. Die Aufmerksamkeitsspanne der Nutzer ist online äußert gering. Sie sind nur einen Klick von der nächsten Webseite entfernt.

Formatierungen gekonnt einsetzen

Neben visuellen Elementen sollten Sie außerdem mit typischen Formatierungen arbeiten. Durch Fettungen (<b> oder <strong>) können Sie relevante Begriffe oder Textpassagen hervorheben und damit für eine stärkere Wahrnehmung durch den Nutzer sorgen.

Mit Hilfe von sortierten (<ol>) oder unsortierten Listen (<ul>) können Sie Aufzählungen oder längere Textpassagen komprimierter darstellen. Damit schaffen Sie mehr Ordnung und Struktur im Text und überfordern gleichzeitig das „Nutzerhirn“ nicht.

Auch Tabellen (<table>) eignen sich sehr gut um strukturiert Informationen darzustellen. Es muss nicht alles in Fließtext ausgeschrieben werden.

Optimieren Sie die Website-Geschwindigkeit

Eine langsame Website kann potenzielle Benutzer abschrecken. Stellen Sie sicher, dass Ihre Website schnell geladen wird, indem Sie Bilder komprimieren, Caching-Techniken verwenden und ein gutes Web-Hosting nutzen. Dieser Aspekt ist nicht nur relevant für die Content UX, sondern generell ein wichtiger Faktor für jede Website. Insbesondere im E-Commerce haben Ladezeiten starken Einfluss auf die Conversion-Rate und damit auf den Umsatz.

Tipp 5: Personalisieren Sie Ihren Content

Tools helfen dabei, Inhalte auf Websites oder in Online Shops anzupassen. Alternativ kann man auch eigene Lösungen nutzen. Wenn der Nutzer auf Ihrer Website einen Account erstellt hat, bekommen Sie in der Regel viele relevante Informationen, die Sie nutzen sollten.

Nutzen Sie Daten zur Personalisierung

Verwenden Sie Daten über Ihre Benutzer, um personalisierte Inhalte anzubieten. Berücksichtigen Sie Interessen, Kaufhistorie oder demografische Merkmale, um relevante Empfehlungen und personalisierte Nachrichten zu erstellen.

Als Beispiel: Sie sind Anbieter eines Online Shops für Welpen Erstausstattung. Ein Kunde war in den letzten 3 Wochen insgesamt vier mal auf Ihrer Seite und hat sich immer wieder Ratgeberinhalte zum Thema „Welpenkauf“ durchgelesen. Warum schlagen Sie ihm nicht an bestimmten Stellen auf der Website gezielt Ihre „Ausstattungsbox für Welpenbesitzer“ vor?

Segmentieren Sie Ihre Zielgruppen

Teilen Sie Ihre Zielgruppe in Segmente auf, um spezifischere Inhalte bereitzustellen. Bieten Sie unterschiedliche Inhalte für verschiedene Kundengruppen an, basierend auf ihren Interessen, demografischen Merkmalen oder Verhaltensweisen.

Als Beispiel: Sie betreiben einen großen Marktplatz für den Tierbedarf. Warum segmentieren Sie Ihre Kunden nicht in „Hundebesitzer“, „Katzenbesitzer“, „Pferdebesitzer“ etc.? Die Kunden bekommen je nach Segmentzuordnung gezielt Produktempfehlungen aus Ihrem jeweiligen Segment ausgespielt.

Der Pferdebesitzer bekommt also nur Produkte rund ums Pferd ausgespielt und der Besitzer von Goldfischen nur Inhalte und Produkte rund um den Goldfisch.

Erstellen Sie individualisierte Inhalte

Passen Sie Ihre Inhalte und die Ansprache individuell an die Bedürfnisse der Benutzer an. Verwenden Sie beispielsweise personalisierte Anreden im E-Mail- und Newsletter-Marketing. Auch hier lassen sich wieder Segmente verwenden. Sie schicken als Anbieter für Tiernahrung jede Woche einen allgemeinen Newsletter raus?

Auch hier könnte man den Nutzer mit Hilfe der Segmente mit viel gezielteren Informationen versorgen.

Tipp 6: Optimieren Sie für Suchmaschinen

Einerseits User Centric und dann doch für Suchmaschinen optimieren? Wie passt das zusammen? SEO ist heute sicherlich eine der gängigsten Online Marketing Disziplinen. Dabei hat sich der Bereich in den vergangenen 20 Jahren massiv verändert.

Ein guter SEO Manager oder Berater optimiert heute nicht mehr ausschließlich für die Suchmaschine. In erster Linie sollten Sie Ihre Website und Ihren Online Shop für Nutzer optimieren.

Wenn man heutzutage von SEO spricht, sollte die Website gewisse Anforderungen erfüllen. Das Ziel ist allerdings klar. Sie muss gute Rankings in Suchmaschinen generieren, damit Suchnachfrage von Benutzern aus Suchmaschinen bedient wird und möglichst qualifizierter Traffic auf die Website geleitet wird. Je weiter dieser User in seiner Customer Journey fortgeschritten ist, desto höher die Conversion-Rate und desto höher die Umsätze je Besucher.

SEO besitzt hier im Vergleich zu SEA einen signifikanten Vorteil. Auch die Beginne der Customer Journey (in der Attention und Interest Phase im AIDA-Modell) können langfristig profitabel bespielt werden. Im Bereich der bezahlten Werbung macht es in vielen Fällen keinen Sinn diese informationsbasierten Anfragen mit Werbeanzeigen zu bespielen, da der Return-on-Invest sich meist nicht oder nicht messbar einstellt.

Den Bereich SEO vollumfänglich zu beschreiben, wäre zu viel für diesen Blog-Beitrag. Daher hier drei kurze Tipps zur Optimierung Ihrer Inhalte für Suchmaschinen.

Setzen Sie Keywords gezielt ein

Keyword-optimierte Inhalte sind längst nicht mehr State of the Art. Identifizieren Sie relevante Suchanfragen und Keywordeingaben Ihrer Zielgruppe und platzieren Sie diese an den richtigen Stellen in Ihren Inhalten. Das sollte beispielsweise im ersten Paragraph des Textinhaltes, der H1-Überschrift und in einigen Zwischenüberschriften der Fall sein. Achten Sie außerdem darauf, Keywords den Einbau der Keywords nicht unnatürlich wirken zu lassen, sondern sie nur dort einzubauen, wo es Sinn ergibt.

Optimieren Sie Ihre Snippets

Das Snippet, also die Darstellung des Suchergebnisses auf der Suchergebnisse, ist das Eingangstor für potenzielle Besucher zu Ihrer Website. Das Snippet sollte möglichst einladend gestaltet sein und die Nutzer dazu anregen, auf Ihr Suchergebnis zu klicken.

Das Snippet besteht aus dem Seitentitel, der URL und der Seitenbeschreibung. Außerdem verwendet Google Ihren Seitennamen und das Favicon Ihrer Website. Alle Angaben sollten entsprechend auf Ihrer Website hinterlegt sein.

Der Seitentitel, die Seitenbeschreibung und die URL sollten nach Möglichkeit das Keyword enthalten. Achten Sie darauf, bereits im Snippet kurz und prägnant zu beschreiben, was die Besucher beim Klick auf das Ergebnis erwartet und welche Mehrwerte Sie ihnen bieten.

Nutzen Sie die Macht der internen Verlinkung

Die interne Verlinkung Ihrer Seiten und Inhalte wird in den meisten Fällen unterschätzt. Sie sollten interne Verlinkungen verwenden, um Benutzern dabei zu helfen, verwandte und weitere Inhalte Ihrer Website zu entdecken. Außerdem können Sie über interne Links aus dem Content auch gezielt auf Ihre Produkte und Kategorien im Online Shop aufmerksam machen. Dadurch verbessern Sie die User Experience der Website insgesamt und erhöhen die Seiten pro Sitzung sowie die Verweildauer.

Gleichzeitig nutzen Suchmaschinen die internen Links für das Crawling weiterer Seiten. Über den Ankertext des internen Links können Sie sowohl dem Nutzer als auch Suchmaschinen wie Google gezielt mitteilen, welche Inhalte sich auf der Zielseite verbergen.

Tipp 7: Social Media und Community Aufbau

Social-Media-Plattformen gehören neben Suchmaschinen in vielen Fällen zu den stärksten Besucherquellen vieler Websites. Plattformen wie Facebook, Instagram, TikTok, LinkedIN, YouTube oder Pinterest können sehr gut zur aktiven Verbreitung Ihrer Inhalte genutzt werden. Sie sollten die Bespielung der sozialen Netzwerke allerdings strategisch planen.

Wählen Sie die richtigen Social-Media-Plattformen aus

Identifizieren Sie zunächst die Social-Media-Plattformen, auf denen sich Ihre Zielgruppe am häufigsten aufhält. Anstatt auf fünf Plattformen aktiv zu sein, konzentrieren Sie sich lieber auf die Bespielung einiger weniger Plattformen und sprechen Sie Ihre Zielgruppe hier zielgerichtet an.

Wenn Sie beispielsweise B2B-Dienstleister sind, dann finden Sie Ihre Zielgruppe vielleicht eher auf LinkedIN. Sie sollten sich also intensiv damit beschäftigen wie LinkedIN tickt und wie Sie das Netzwerk zur Verbreitung Ihrer Inhalte nutzen können.

Wenn Sie hingegen ein Online Shop für Einrichtungsideen zum Thema Wohnen sind, dann ist möglicherweise Pinterest die bessere Wahl, um Ihre Inhalte zu verbreiten.

Konzentrieren Sie Ihre Ressourcen und Ihr Budget auf ein oder zwei soziale Netzwerke. Erweitern Sie Ihre Aktivitäten erst, wenn Sie hier eine gute Präsenz geschaffen haben.

Passen Sie das Format der Inhalte an die jeweilige Plattform an

Erstellen Sie Inhalte, die speziell für das zuvor ausgewählte Netzwerk konzipiert sind. Bieten Sie Inhalte an, die Ihre Zielgruppe interessiert. Sie sollten informativ, unterhaltsam oder inspirierend sein.

Ermutigen Sie Ihre Zielgruppe mit Ihnen und Ihrem Unternehmen in Interaktion zu treten. Sie sollen die Inhalte teilen und kommentieren. Passen Sie außerdem das Format an das jeweiligen soziale Netzwerk an.

Als Beispiel: Sie haben einen 1.500 Wörter langen Beitrag für Ihren Unternehmensblog geschrieben. Diesen möchten Sie auf LinkedIN und YouTube verbreiten.

  1. Für LinkedIN fassen Sie die Kernaussagen des Beitrages stichpunktartig zusammen und nutzen als visuelles Content-Element ein Bild oder eine Bildergalerie. Dieses Element sollte die Kernaussage des Blog-Beitrages unterstreichen.
  2. Für YouTube machen Sie hingegen aus dem Blog-Beitrag eine kurze Zusammenfassung im Video-Format. Dieses Video nutzen Sie wiederum, um den Inhalt im Blog-Beitrag zu optimieren. Gleichzeitig könnten Sie auch dieses Video auf LinkedIN als visuelles Content-Element nutzen.

Bauen Sie eine Community auf

Konzentrieren Sie sich nicht nur auf die Verbreitung Ihrer Inhalte auf den sozialen Netzwerken. Schaffen Sie eine engagierte Community um Ihre Marke herum. Interagieren Sie mit Ihren Followern, beantworten Sie Fragen und nehmen Sie an Diskussionen teil. Bieten Sie exklusive Inhalte oder Aktionen für Ihre Community an, um das Engagement zu steigern.

Tipp 8: Erfolgsmessung und Analyse

Die Content Erstellung muss immer auch messbar gemacht werden. Sie wollen ja schließlich wissen, ob das Investment in Zeit und Geld sich gelohnt hat. Dafür sollten Sie auf einige wesentliche Aspekte bei der Erfolgsmessung und Analyse achten.

Definieren Sie die wichtigsten KPIs

Machen Sie sich zunächst Gedanken über Ihre Ziele. Beginnen Sie dann mit der Bearbeitung Ihres Content Plans. Dies ist ein wesentlicher Aspekt der User Centric Content Strategie. Was sind eigentliche Ihre wesentlichen KPI (Key-Performance-Indikatoren) und wie wollen Sie diese erreichen?

Die KPI können je nach Branche und Unternehmen vollkommen unterschiedlich sein. Ein B2B-Unternehmen kann beispielsweise versuchen mit Hilfe des Contents mehr Personen zum Download eines E-Books zu bewegen. Damit können wiederum E-Mail-Adressen gesammelt werden, die dann zu Aktivitäten im Bereich Marketing-Automation genutzt werden können. Ein KPI des Contents könnte hier die durchschnittliche Anzahl an generierten E-Mail-Adressen je Content Piece sein.

Ein Online Shop könnte beispielsweise die Inhalte zur Bespielung des Upper- und Mid-Funnels im eigenen Ratgeber oder Magazin nutzen. Die erstellten Inhalte sollen also User bereits zu Beginn der Customer Journey auf die Marke aufmerksam machen und dann (nach einiger Zeit) zu einer Conversion im Online Shop führen. Ein möglicher KPI wäre hier die Klickrate auf etwaige Produktplatzierungen innerhalb des Contents.

Nutzen Sie Webanalyse Tools

Ohne Analyse Tools keine Erfolgsmessung. Sie sollten Webtracking Tools wie Google Analytics, Matomo oder PiwikPro verwenden, um das Verhalten der Nutzer auf Ihrer Website zu messen.

So können sie einfache Metriken wie die Verweildauer, Absprungrate oder die Seitenaufrufe verfolgen. Insbesondere Ihre zuvor definierten KPIs sollten hier messbar gemacht werden. Damit können Sie je Content Piece analysieren, welche Inhalte gut funktionieren und welche nicht.

Für den Bereich Suchmaschinenoptimierung sollten Sie außerdem die Google Search Console (GSC) einrichten. Die GSC liefert Ihnen weitere Insights, die Sie über normale Webanalyse Tools nicht erhalten würden. Dazu zählen vor allem die Keywords und Sucheingaben, über die Ihre potenzielle Zielgruppe auf Ihre Website gekommen ist. Sie sehen außerdem auf welcher Position Sie sich gerade zu der Suchanfrage platzieren und wie viele Klicks sie darüber bereits generiert haben.

Überwachen Interaktion mit Ihren Inhalten

Neben den typischen Webanalyse Tools gibt es weitere Software-Lösungen mit denen Sie gezielt das Verhalten auf Ihrer Website messen können. Mit Tools wie Hotjar, Eyequant oder Microsoft Clarity können Sie beispielsweise prüfen, welche Inhalte die User betrachten. Außerdem bekommen Sie Klick-Maps, in denen Sie sehen können, welche Bereiche der Webseiten besonders häufig angeklickt werden.

Microsoft Clarity trackt außerdem sogenannte Dead- und Rage Klicks. Mit Dead Klicks bekommen Sie beispielsweise eine gute Einsicht in fehlerhaftes Klickverhalten von Benutzern. Bei einem Dead Klick vermutet der Benutzer an der Stelle des Klicks einen Link oder Button. Es passiert allerdings nicht und es erfolgt an der Stelle keine Interaktion.

Tipp 9: Stetige Optimierung

Zu einer nutzerzentrierten Content Strategie gehört auch die stetige Optimierung der Inhalte. Basierend auf Ihren Erkenntnissen aus der Erfolgsmessung sollten Sie kontinuierlich an Ihren Inhalten arbeiten. Diese sollten in turnusmäßigen Abständen einem sogenannten Content Audit unterzogen werden.

Bestehende Inhalte optimieren

Viele Unternehmen und Websites konzentrierten sich ausschließlich auf die Produktion von neuen Inhalten. Das ist aus meiner Sicht ein Fehler, den Sie möglichst vermeiden sollten. Häufig ist es sinnvoller, ressourcensparender und effizienter zunächst bestehende Inhalte zu optimieren.

Schauen Sie sich an, welche Inhalte gut perfomen und welche schlecht. Welche Inhalte müssen optimiert werden? Gibt es Inhalte, die gar nicht funktionieren und gelöscht werden können? Können Inhalte zusammengelegt werden?

Im Optimalfall schaffen Sie einen kontinuierlichen Prozess der zum Einen die Erstellung von weiteren, sinnvollen Inhalten sicherstellt. Zum Anderen sollten Sie innerhalb des Prozesses festlegen, dass bestehende Inhalte regelmäßig betrachtet und verbessert werden.

A/B-Tests durchführen

Führen Sie regelmäßig A/B-Tests durch, um herauszufinden, welche Inhalte und Elemente am besten funktionieren. Testen Sie verschiedene Überschriften, Bilder, Call-to-Actions oder Layouts, um auch im Bereich der Content UX und Ansprache Verbesserungen vorzunehmen.

Mit Hilfe von A/B-Tests können Sie eine weitere Optimierungsmöglichkeit nutzen, um Ihren zuvor gesteckten Zielsetzungen ein Stück näher zu kommen. Betrachten Sie Ihre KPIs je Content Piece und analysieren Sie wo beispielsweise der Call-to-Action oder der Absprung in den Online Shop nicht optimal gestaltet ist.

Mit Hilfe eines A/B-Tests prüfen Sie jetzt zwei verschiedene Layout Varianten gegeneinander. Die Benutzer werden jeweils zu 50% die eine oder andere Variante sehen. Letztlich werden Sie aus, welche Variante mehr Klicks in den Online Shop gebracht hat.

Nutzerfeedback einholen

Fordern Sie aktiv Feedback von Ihren Benutzern ein. Verwenden Sie Umfragen, Feedback-Formulare oder soziale Medien, um direkte Rückmeldungen zu erhalten. Welche Inhalte fanden Ihre Besucher besonders ansprechend und was fehlt Ihnen eigentlich an Ihrer Website?

Nutzen Sie diese Erkenntnisse, um Ihre Inhalte an die Bedürfnisse und Erwartungen Ihrer Zielgruppe anzupassen. Dieses Feedback ist extrem wertvoll und hilft Ihnen Ihre Website noch intensiver auf den Nutzer auszurichten.

Gleichzeitig sollten Sie die Benutzerinteraktionen gezielt überwachen: Gibt es Kommentare unter Ihren Social Media Posts oder Bewertungen in Ihrem Google Unternehmensprofil? Dann sollten Sie hier aktiv in Interaktion treten. Der Austausch mit Ihren Nutzern gibt Ihnen weitere Einblicke in die Zufriedenheit und Bedürfnisse Ihrer Zielgruppe. Dies können Sie wiederum in Ihre User Centric Content Strategie einfließen lassen.

Fazit: Schritt für Schritt zur nutzerzentrierten Content Strategie

Eine User Centric Content Strategie ist der Schlüssel, um die Bedürfnisse und Erwartungen Ihrer Zielgruppe zu erfüllen. Indem Sie Inhalte entwickeln, die relevante und ansprechende Informationen bieten, verbessern Sie die Benutzererfahrung, steigern das Engagement und bauen langfristige Beziehungen zu Ihren Nutzern auf.

Die Entwicklung und Exekution der aufgezeigten Strategie ist sicherlich aufwendig. Ich kann Ihnen allerdings versprechen, dass sich die Arbeit lohnen wird. In unserer Case Study zu edogs zeige ich Ihnen einige Ergebnisse, bei der wir genau diesen Ansatz der User Centric Content Strategie verfolgt haben.

Ich hoffe ich konnte Ihnen mit diesen 9 Tipps einige Inspiration und Hilfestellung liefern. Viel Spaß bei der Umsetzung!

Veröffentlicht am: 31. Mai 2023 /
Michael Möller - SEO Consultant

Autor: Michael Möller

Michael Möller ist Gründer und Geschäftsführer der experics digital GmbH. Als SEO Berater mit über 10 Jahren Erfahrung berät er mittelständische E-Commerce Unternehmen, wie sie mit SEO messbar mehr Umsatz und Gewinn generieren und sich unabhängiger von bezahlter Werbung machen.

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