Unternehmen konzentrieren sich bei der Content Produktion oft auf ihre eigenen Produkte. Sie rücken diese in den Vordergrund, statt sich auf die Bedürfnisse der User zu konzentrieren. Der Content ist oft nicht relevant. Dadurch erzielt er keine Resonanz beim Leser und der Zielgruppe.
In diesem Blog Beitrag zeige ich dir anhand von 9 Tipps, wie du eine User Centric Content Strategie entwickelst, um langfristig erfolgreiche Inhalte zu produzieren.
Was bedeutet User Centric oder nutzerzentriert?
User Centric oder Nutzerzentrierung bedeutet, dass ein Produkt oder eine Dienstleistung auf die Bedürfnisse der Nutzer abgestimmt ist. Ein nutzerzentriertes Unternehmen versteht seine Kunden und passt sich ihren Erwartungen an. Die Bedürfnisse der Nutzer steht bei allen Entscheidungen im Mittelpunkt. Dadurch gewinnen die Kunden das Gefühl, dass sie gehört werden und dass ihre Bedürfnisse berücksichtigt werden.
Der User Centric Ansatz basiert auf der Annahme, dass Benutzerbedürfnisse und -wünsche die entscheidenden Faktoren für Erfolg sind. Dies gilt für Software, Websites und Produkte. Ein User Centric Ansatz impliziert nicht nur, dass die Bedürfnisse der Benutzer beachtet werden sollten – er fordert auch, dass diese Bedürfnisse in den Mittelpunkt aller Entwicklungsprozesse und -strategien gestellt werden.
Einführung zur User Centric Content Strategie
Der Aufbau einer erfolgreichen Content-Strategie erfordert heutzutage mehr als nur das Schreiben von Inhalten. Es ist wichtig, eine User Centric Content Strategie zu entwickeln. Diese hilft, die Bedürfnisse der Benutzer in den Fokus zu rücken und eine langfristig starke Online-Präsenz aufzubauen.
Fokussiere dich daher nicht nur auf Keywords und Suchmaschinen. Entwickele stattdessen relevante, informative und ansprechende Inhalte. Indem du deine Zielgruppe besser verstehst und ihre Erwartungen erfüllst, kannst du langfristig vertrauensvolle Kundenbeziehungen aufbauen und das Engagement auf deiner Website steigern.
Tipp 1: Definieren Sie Ihre Core Zielgruppe
Bevor du mit der Produktion von Inhalten beginnst, solltest du dir Gedanken zu deiner Core-Zielgruppe macht. Und du solltest vor allem definieren, wen du nicht mit deinen Inhalten ansprechen willst.
Definieren Sie Ihre Zielgruppe genau
Beginne mit einer detaillierten Analyse deiner Zielgruppe. Stelle dir die Frage, welche Ziele, Herausforderungen und Probleme deine Zielgruppe hat. Wie kannst du den potenziellen Kunden mit deiner Lösung dabei unterstützen?
Verwenden Sie demografische Daten
Nutze demografische Daten, um deine Zielgruppe besser zu verstehen. Analysiere vorhandene Daten oder führe Umfragen durch. So erhältst du Einblicke in Alter, Geschlecht, Bildungsniveau und weitere relevante Informationen.
Nutzen Sie psychografische Merkmale
Gehe über demografische Daten hinaus und betrachte die psychografischen Merkmale deiner Zielgruppe. Versuche herauszufinden, welche Interessen, Werte und Bedürfnisse sie haben, um Inhalte zu erstellen, die darauf abzielen.
Tipp 2: Die größten ‚Pain Points' der Zielgruppe identifizieren
Steigen wir nochmal etwas tiefer in das Thema Zielgruppenanalyse ein. Wie kann ich vorgehen, wenn ich die häufigsten Probleme meiner potenziellen Leser und Kunden finden möchte? Wir schauen uns zuerst unsere erfolgreichsten Inhalte an. Was funktioniert hier besonders gut, welche Kommentare schreiben die User unter den Beitrag und welches Problem lösen wir?
Wir fragen uns, ob es weitere Themen gibt, die in Verbindung zu den bereits gelösten Problemen stehen. Mit SEMrush oder Sistrix können wir das Thema des bereits bestehenden Beitrags eingeben. Wir schauen uns die weiteren Vorschläge der Tools an und leiten bei Bedarf relevante Themenideen ab.
Andersherum können wir Themen, die nah an unserer Kernkompetenz liegen, googeln. Wir schauen uns die Seiten an, die hier am besten ranken. Wir versuchen daraus abzuleiten, was die Wettbewerber gut machen.
Mit Tools wie BuzzSumo oder SEMrush prüfen wir, was die am häufigsten geteilten Blog-Posts dieser Wettbewerber sind. Passt eines dieser Themen möglicherweise auch zu meinem Unternehmen und meiner Website?
Auch hier betrachten wir die Kommentare unter den Beiträgen. Lassen sich aus den Fragen und Anmerkungen Problemstellungen ableiten, die wir in unserem Redaktionsplan nutzen können?
Tipp 3: Berücksichtigen Sie die gesamte Customer Journey
In den meisten Fällen hat der Kunde den ersten Kontaktpunkt mit deinem Unternehmen (engl. Touchpoint) nicht erst beim Produktkauf. Normalerweise beginnt die Kundenreise (engl. Customer Journey) viel früher.
Unabhängig davon, ob du Fan des klassischen AIDA Modells oder von moderneren Modellen wie dem Flywheel oder dem Messy Middle Modell sind: Du solltest typische Customer Journeys deiner Kunden verstehen.
Idealerweise generierst du Inhalte, die den Kunden an mehreren Kontaktpunkten innerhalb dieser Reise abholen könnten. Stellen wir uns vor bei deinem Unternehmen handelt es sich um einen Anbieter für probiotische Hundesnacks. Du nutzt das AIDA Modell zur Abbildung einer typischen Customer Journey:
Attention
Der potenzielle Kunde steht in der Küche und kocht Nudeln. Eine der Nudeln fällt auf den Küchenboden. Der Hund ist schnell genug und schlingt die halbgekochte Nudel herunter.
Was ist der erste Reflex in der heutigen Zeit? Der Kunde googelt: Dürfen Hunde Nudeln essen (oder muss ich zum Tierarzt)? Ein erster möglicher Kontaktpunkt, den du mit deiner Website durch einen Ratgeber Inhalt und einem guten Google-Ranking herstellen könntest.
Interest
Beim Besuch der Website hast du dem Kunden einen Cookie auf sein Device gesetzt. Beim Surfen in seinem Instagram Feed bekommt er immer wieder kurze Clips von dir eingeblendet. Einige Verhaltensweisen eines Hundes in dem Clip deuten auf eine Unterversorgung mit bestimmten Nährstoffen hin.
Der Kunde wird neugierig und überlegt: „Zeigt mein Hund solche Anzeichen"? In deinen Instagram Posts und Anzeigen weist du immer wieder auf dein neues Programm des Symptom Checkers hin. Der Kunde googelt nach dem Symptom Checker und deiner Marke und besucht die Landing Page. Ein zweiter Kontaktpunkt ist hergestellt.
Desire
Auf der Landing Page platzierst du geschickt neben dem Symptom Checker sinnvoll relevante Informationen rund um deine Marke. Welche Vorteile hätte der Hund deines Kunden mit den probiotischen Snacks? Warum geht es dem Tier damit besser? Und warum sollte er gerade dir und deinen Produkten vertrauen?
Vielleicht eignet sich der Symptom Checker sogar, um basierend auf den Angaben des Kunden konkrete Vorschläge aus deinem Produktportfolio zu machen. Du schlägst dem Kunden also ein konkretes Produkt vor. Der Kunde weiß zwar das er seinem Hund gerne etwas gutes tun möchte, vergleicht aber erst noch den Markt.
Action
Der Kunde hat dein Produkt mit anderen Hundesnacks verglichen und sich entschieden. Du und deine Marke sind durch die vielen Kontaktpunkte und die kostenlose Hilfestellung im Gedächtnis des Kunden geblieben. Der Kunde googelt erneut und dieses Mal tätigt er eine sogenannte transaktionale Suchanfrage: „Name deines Produktes" + kaufen.
In diesem Fall sollte dein Online Shop an erster Stelle bei Google & Co. ranken. Der Kunde tätigt den Kauf und generiert Umsatz.
In der Regel hört die Reise, die der Kunde mit deinem Unternehmen begonnen hat, an dieser Stelle noch nicht auf. Auch nach dem Kauf solltest du mögliche Fragestellungen beantworten und den Kunden nicht alleine lassen. Im See, Think, Do, Care Framework nach Avinash Kaushik wäre das die typische „Care"-Phase. (Quelle: kaushik.net)
An diesem Beispiel sieht man sehr schön, dass es auch für den E-Commerce sehr sinnvoll ist, nicht nur auf den letzten Kontaktpunkt zu optimieren. Du solltest die gesamte Customer Journey des Kunden mit nutzerzentrierten Inhalten bespielen. Dann generierst du auf längere Sicht die besten und nachhaltigsten Effekte.
Tipp 4: Verbessern Sie die Content UX
Kein Mensch liest gerne lange Textpassagen ohne visuelle Unterbrecher. Dein Inhalt sollte durch verschiedene Aspekte den Anforderungen einer guten User Experience gerecht werden.
Verwenden Sie ansprechende visuelle Elemente
Integrieren Sie hochwertige Bilder, Grafiken oder Videos in Ihre Inhalte. Dadurch wecken Sie das Interesse der Benutzer. Außerdem bereichern Sie so die Benutzererfahrung. Achten Sie darauf, dass die visuellen Elemente zur Botschaft Ihrer Inhalte passen.
Gleichzeitig dienen diese Elemente auch als Auflockerung für den Textinhalt. Gerade bei langen Ratgeberinhalten ist es unabdingbar, dass Sie mit solchen visuellen Unterbrechern arbeiten. Die Aufmerksamkeitsspanne der Nutzer ist online äußert gering. Sie sind nur einen Klick von der nächsten Webseite entfernt.
Formatierungen gekonnt einsetzen
Neben visuellen Elementen sollten Sie außerdem mit typischen Formatierungen arbeiten. Durch Fettungen ( oder ) können Sie relevante Begriffe oder Textpassagen hervorheben und damit für eine stärkere Wahrnehmung durch den Nutzer sorgen.
Mit Hilfe von sortierten (
- ) oder unsortierten Listen (
- Für LinkedIN fassen Sie die Kernaussagen des Beitrages stichpunktartig zusammen und nutzen als visuelles Content-Element ein Bild oder eine Bildergalerie. Dieses Element sollte die Kernaussage des Blog-Beitrages unterstreichen.
- Für YouTube machen Sie hingegen aus dem Blog-Beitrag eine kurze Zusammenfassung im Video-Format. Dieses Video nutzen Sie wiederum, um den Inhalt im Blog-Beitrag zu optimieren. Gleichzeitig könnten Sie auch dieses Video auf LinkedIN als visuelles Content-Element nutzen.
- ) können Sie Aufzählungen oder längere Textpassagen komprimierter darstellen. Damit schaffen Sie mehr Ordnung und Struktur im Text und überfordern gleichzeitig das „Nutzerhirn" nicht.
Auch Tabellen (